Elektrotherapie: Gesund mit Hilfe von Strom

Elektrotherapie: Gesund mit Hilfe von Strom

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Unter Elektrotherapie versteht man eine medizinische Behandlung mit Strom. Was sich recht neumodisch anhört, ist in Wahrheit eine schon sehr alte Methode. Die Elektrotherapie nahm ihre Anfänge nämlich schon im 18. Jahrhundert. Je nachdem wie die Krankheitsdiagnose lautet, werden die betreffenden Stellen mit Strom behandelt. Natürlich hat sich seit dem 18ten Jahrhundert noch einiges getan und das ist auch gut so, denn die heute angewandten Methoden sind sicher und in ihrer Wirksamkeit ziemlich gut erforscht.

Wie funktioniert die Elektrotherapie?

Bei der Elektrotherapie – auch Reizstromtherapie genannt – werden auf der Haut des Patienten zwei oder mehrere Elektroden durch den Arzt oder Behandler platziert. Diese sind entweder selbstklebend oder werden mit einem Gummi oder Klettverschluss am Körper befestigt. Die Elektroden sind mit den Stromkabeln verbunden und leiten die Elektrizität an die entsprechenden Stellen im Körper. Der Arzt bzw. Physiotherapeut platziert sie so, dass die zu behandelnden Körperstellen stimuliert werden. Zum Ende der Behandlung wird die Stromstärke immer weiter heruntergedreht, bis der Strom schließlich ganz versiegt. Welche Stromart genutzt wird, hängt davon ab, welche Beschwerden gelindert werden sollen.

Galvanisation (Gleichstromtherapie)

Bei der Gleichstromtherapie kommen den beiden Elektroden unterschiedliche Aufgaben zu. Die Anode sorgt dafür, dass die Nerventätigkeit gedämpft wird. Damit hilft sie gegen Verkrampfungen und Schmerzen. Die Kathode sorgt dahingegen dafür, dass die Nerven aktiviert und damit deutlich sensibler werden.

Niedrigfrequenztherapie

Bei der Niedrigfrequenztherapie kommen kurze Stromreize zum Einsatz. Sie können auf einer hohen Frequenz schmerzlindernd und entzündungshemmend und auf einer niedrigen Frequenz durchblutungsfördernd wirken. So lassen sich mit der Elektrotherapie zum Beispiel Schulterschmerzen deutlich verbessern.

Mittelfrequenztherapie

Bei der Mittelfrequenztherapie kommen Wechselströme in verschiedenen Stärken zum Einsatz. Diese sind an beiden Elektroden gleich. Die Mittelfrequenztherapie erzielt eine verbesserte Durchblutung der Muskeln.

Hochfrequenztherapie

Bei der Hochfrequenztherapie steht die Erzeugung von Wärme im Vordergrund. Bei dem Verfahren wird Wechselstrom mit einer hohen Frequenz angewendet. Die Durchblutung wird verbessert, Entzündungen heilen schneller ab, Muskeln entspannen sich und Schmerzen werden gelindert. So lassen sich mit dieser Elektrotherapie Knie Schmerzen und Arthrosen lindern.

Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS)

Bei der transkutanen elektrischen Nervenstimulation (TENS) werden die Elektroden auf oder in die Nähe der schmerzenden Stelle gesetzt und haben das Ziel chronische Schmerzen zu lindern. Durch die Behandlung wird die Weiterleitung des Schmerzes gestoppt und der Patient verspürt schon bald eine Linderung seiner Beschwerden.

Ultraschalltherapie

Zunächst wird die Körperregion mit einem speziellen Ultraschallgel bestrichen. Anschließend fährt der Arzt mit einem Stab über den Körper. Dieser Stab gibt entweder kontinuierlich oder pulsweise Schallwellen ab. So entsteht Wärme, die bei chronischen Schmerzen, Sehnen- und Bänderverletzungen, Arthrosen, Weichteilverletzungen, Entzündungen, Rheuma, Wirbelsäulenproblemen und bei Knochenbrüchen hilft. Die Ultraschalltherapie wird oft ergänzend zu anderen Therapien eingesetzt.

Was bewirkt die Elektrotherapie?

Die Wirkung der Reizstromtherapie gilt in der Schulmedizin als plausibel und vielfältig.

  • Sie regt die Durchblutung an
  • Sie lindert Schmerzen, indem sie die Weiterleitung des Schmerzes hemmt und die Nerven beeinflusst
  • Sie aktiviert die Muskeln
  • Sie regt den Stoffwechsel an
  • Sie stärkt die Körperabwehr
  • Sie spendet Wärme, die in tief liegendes Gewebe eindringt
  • Sie strafft Gewebe
  • Sie kann zur Gewichtsabnahme führen

Gegen welche Krankheiten und Beschwerden kann die Elektrotherapie eingesetzt werden?

Patienten mit unteren Symptomen, können von einer Elektrotherapie profitieren und gegebenenfalls Linderung von Schmerzen oder eine Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands erfahren:

  • Durchblutungsstörungen
  • Schmerzen am Bewegungsapparat
  • Entzündungen
  • Abnahme der Muskelmasse
  • Inkontinenz durch eine schwache Beckenbodenmuskulatur
  • Arthrose

Wer darf die Elektrotherapie durchführen?

Bei der Elektrotherapie für Zuhause ist Vorsicht geboten. Wer in diesem Bereich nicht ausgebildet ist, kann durch eine falsche Anwendung einiges falsch machen. Im Idealfall findet die Behandlung in der Arztpraxis oder einer Physiotherapiepraxis statt. Wer sich mit einem Elektrotherapiegerät selbst behandeln möchte, muss vorab eine Schulung durchlaufen. Auch Herzrhythmusstörungen oder Schädigungen von Neugeborenen können auftreten, wenn die Stromstärke falsch eingestellt wird.

In welchen Fällen sollte auf eine Elektrotherapie verzichtet werden?

Bevor eine Reizstromtherapie durchgeführt wird, sollte von der Praxis abgeklärt werden, ob eventuell ein Risiko vorliegt, wie in diesen Fällen:

  • Der Patient hat einen Herzschrittmacher
  • Es liegen offene Wunden oder Entzündungen vor
  • Es liegen frische Blutgerinnsel vor
  • Der Patient hat metallische Implantate
  • Es liegt eine Frühschwangerschaft vor
  • Eine Hormonspirale wird verwendet

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Verwendete Produkte

DEEP OSCILLATION® Personal Basic

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B-E-St® by JeeCee

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IONOSON-Expert 3rd Edition

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