Ein Patient kam acht Tage nach seiner Kreuzbandoperation in meine Praxis. Es war eine Schwellung im Bereich des Knies sowie ein großes Hämatom in der Kniekehle zu erkennen. Bei Extension- und Flexion-Bewegungen traten Schmerzen auf und die Flexion war nur bis etwa 55 Grad möglich. Der Patient hatte sehr starke Schmerzen im Bereich der Operationsnarben und zeigte ein „Triggerband“ an der medialen Schienbeinkante.

Erste therapeutische Maßnahmen
Zuerst habe ich eine kurze Lymphdrainage angewendet.
Eine Testung ergab, dass Traktion besser war als Kompression. Daher habe ich eine Piccolo-Traktion durchgeführt, mit welcher bereits eine deutliche Schmerzreduktion und Bewegungsverbesserung einherging.
An der medialen Schienbeinkante wurden Techniken des Faszien-Distorsions-Modells eingesetzt und ein starker Triggerpunkt im Bereich des M. soleus gelöst.

Unterstützung durch Kinesiologisches Taping
Um die Schwellung in der Kniekehle zu reduzieren, wurden dort zwei „Webcuts“ angelegt. Eine doppelte Korrekturtechnik ober- sowie unterhalb der Operationsnarbe verschob die Struktur in Richtung kranial. Diese Anlage ergab sich durch eine Testung mit der Hand: Eine entsprechende Verschiebung von Haut und Faszien führte zu einer Schmerzminderung.

Das Ergebnis der Behandlung: Der Patient berichtete von einer deutlichen Schmerzverbesserung. Außerdem war nun eine Flexion-Bewegung von bis zu 80 Grad möglich.

Damit der Patient im Nachgang die Narbenbildung reduzieren kann, wurde ihm die Elektrolyt Creme empfohlen. Die Creme wird auf die Narbe aufgetragen und unter sanften Bewegungen einmassiert.

Autor
Siegfried Breitenbach
Geschäftsführer K-Active Europe GmbH
Inhaber der Lizenz-Sportphysiotherapie des Deutschen Olympischen Sportbundes