Ein unkonzentrierter Abgang vom Gerät und schon ist der Fuß umgeknickt oder z.B. eine schnelle Bewegung auf eine nicht gut vorbereitete Muskulatur … und schon hat man bei der schönsten Nebenbeschäftigung der Welt – dem Sport – seine Verletzung.

Was ist nun vom Trainer, Übungsleiter oder auch Sportler zu tun?

Um die entsprechend richtigen Maßnahmen zu ergreifen, muss man zuerst verstehen,

Was im Körper bei einer Verletzung passiert:

Strukturen werden nicht optimal belastet und es kommt damit zu Einrissen/ Zerstörungen in den unterschiedlichen Gewebearten. Besonders sollte bei diesen Vorgängen die Zerstörung von Blutgefäßen beachtet werden, die für eine Einblutung, bzw. anschließend für ein auftretendes Hämatom (Bluterguss) verantwortlich sind.
Lange Zeit wurde diese Einblutung als negativ angesehen, aber moderne Überlegungen zeigen, dass die Einblutung der erste Schritt zur Ausheilung der Verletzung darstellt. Mit dieser Einblutung kommen „Baustoffe“, Enzyme und auch Energie in diese verletzten Strukturen, die dafür sorgen, dass ein anschließender Wiederaufbau möglich ist.

Diese Einblutung ist also für die Regeneration der Strukturen nötig, allerdings sollte versucht werden, diese zu modifizieren, sie also angepasst und möglichst optimiert ablaufen zu lassen. Für alle Arten von Verletzungen gilt daher: Es macht Sinn, von außen eine moderate Kompression auf die verletzten Strukturen zu bringen, um einen Gegendruck für die Kraft des „einschießenden“ Blutes zu erreichen. Wenn möglich sollte der Sportler oder Mitspieler sofort mit den Händen eine Kompression erzeugen. So schnell wie möglich sollte dann diese Kompression durch eine Idealbinde oder ähnliches im Bereich der Verletzung vorgenommen werden, um für eine umschriebene Zeit diesen Gegendruck zu erzeugen.

In einem zweiten Schritt sollte dann diese Binde mit kalten Wasser getränkt werden. Durch dieses „Hot Ice“ kommt es zu einer „milden“ Verdunstungskälte, die eine Verengung der arteriellen Gefäße auslöst, um auch über diesen Effekt die Einblutungsmenge zu reduzieren. Ergänzend oder alternativ kann auch gekühltes K-Active First Aid Spray benutzt werden. Durch die darin enthaltenen aktivierten Spurenelemente und dem niedrigen ph-Wert, kommt es zusätzlich zu einer Beschleunigung der Blutstillung, bzw. zusätzlich zu einer Aktivierung der Selbstheilungskräfte des Körpers.

Nur wenn der Schmerz im Mittelpunkt steht, ist die Verabreichung von Eisspray, Eiswürfel oder Eispacks angezeigt, da diese Maßnahmen zwar die Aktivität der Schmerzrezeptoren deutlich dämpfen, aber teilweise die anschließenden regenerativen Prozesse des Körpers eher behindern können. Eine weitere Maßnahme stellt das Hochlegen der verletzten Körperteile dar, damit der hydrostatische Druck von den verletzten Strukturen genommen wird, um die Einblutung zu reduzieren, bzw. die Rückfluss-Mechanismen über das venöse aber vor allem durch das lymphatische System zu aktivieren.

Erste leichte isometrische Kontraktionen oder Bewegungen der nicht verletzten angrenzenden Muskeln und Gewebestrukturen können sich ebenfalls günstig auf die Resorption der Einblutung aus der verletzten Region auswirken, stellen aber auch für den verletzten Sportler schon die Sicherheit dar, dass nicht „alles zerstört“ ist und viele Bereiche noch funktionstüchtig sind. Zum Beispiel können die Zehen und das Knie bei einem Umknicken im Bereich des Sprunggelenkes von Anfang an bewegt werden, um diese positiven Mechanismen zu aktivieren. Die Kompression sollte nach einer gewissen Zeit gelöst werden, um dem veränderten Zustand mit der entsprechenden Volumenzunahme in der verletzten Region gerecht zu werden. Nun kann zusätzlich die K-Active First Aid Creme zum Einsatz gebracht und danach die Kompression angepasst an die neue Situation wieder angelegt werden.

Ebenfalls sollte diese Region während der Kompression von außen weiterhin durch kaltes Wasser/ K-Active Spray und /oder durch Eis Packs entsprechend der Verletzungsschwere gekühlt werden, um die oben beschriebenen Mechanismen weiterhin zu unterstützen. Diese Maßnahmen sollten dann 2 bis 3 mal wiederholt werden. In dieser Zeit sollte der Sportler natürlich auf Alkohol oder Nikotin verzichten, da dies die Verletzungsschäden eher verstärken, bzw. die Regenerationsabläufe behindern würden. Entsprechend der Schwere der Verletzung sollte natürlich immer ein Arzt aufgesucht werden, der eine entsprechende Diagnose erstellt und dann die weiteren Behandlungsmaßnahmen einleitet. Unter anderem ist die Diagnose und Dokumentation durch den Arzt z.B. auch für die Versicherung des Sportlers wichtig.

Bei schweren Verletzungen wird sehr häufig eine Röntgenaufnahme angefertigt um Frakturen (Brüche) auszuschließen. Hierbei sollte der Betreuer oder der Sportler selbst darauf achten, dass sofort nach der Untersuchung des Arztes die Kompression wieder angelegt und die betroffene Körperstelle während der Wartezeit wieder hochgelagert wird. Sollte dies versäumt werden ist es möglich, dass es wieder zur Schwellung des verletzten Areals kommt.

Nach der umfangreichen Erstversorgung und Diagnostik muss sofort die Therapie eingeleitet werden. Leider hört man teilweise in der Praxis die Aussage von Ärzten … „jetzt warten wir mal 1 bis 2 Wochen und dann beginnen wir mit der Therapie“. Jedoch ist dies ein unvorteilhafter Ansatz, da der Körper eine Sekunde nach der Verletzung bereits mit der Selbstheilung beginnt.
In diesen einzelnen Heilungsphasen ist es nur wichtig, dass das medizinische Personal diese Phasen des Körpers kennt und dementsprechend auch die Therapien gezielt einsetzt. Man müsste sich nur vorstellen, dass ein Fußballnationalspieler bei der WM erstmals 1 bis 2 Wochen warten müsste, bis die ersten Therapien erfolgen sollten. Dies ist jedoch meist der Zeitraum, indem sich die Sportler schon wieder im Aufbau befinden. Allerdings ist auch eine zu frühe, nicht angemessene Belastung der verletzen Strukturen unbedingt zu vermeiden, um Folgeschäden für den Sportler zu verhindern.

Zum Schluss noch der Hinweis … es gibt keine Bagatellverletzungen. Selbst kleine Verletzungen sollen immer ernst genommen werden, da sie sehr oft die Ursache für nachfolgend größere Verletzungen darstellen. Auch hier sollte man wieder den Spitzensport zum Vorbild nehmen, wo diese Gedanken der Prophylaxe und Therapie sehr intensiv im Team von Trainer, Arzt und Therapeut umgesetzt werden. Abschließend kann man sagen, dass nur das perfekte interdisziplinäre Zusammenspiel aller Berufsgruppen zum maximalen Erfolg und zur bestmöglichen Regeneration/Rehabilitation führen kann.

Autor
Siegfried Breitenbach
Geschäftsführer K-Active Europe GmbH
Inhaber der Lizenz-Sportphysiotherapie des Deutschen Olympischen Sportbundes