Während der olympischen Spiele in Sydney im Jahre 2000 habe ich die ersten kinesiologischen Tapes an Sportlern gesehen. Begeistert von den vielfältigen Therapiemöglichkeiten und angespornt durch Siggi Breitenbach (damals Sportphysiotherapeut der deutschen Triathlon-Nationalmannschaft, heute Chef von K-Active Europe) habe ich als Assistenz und dann als Instructor, bei Kursen im In- und Ausland, sehr viel Erfahrung gesammelt.

Gemeinsam mit Frau Niermainer, einer vom K-Active- Taping begeisterten Physiotherapeutin am Olgahospital in Stuttgart, habe ich in den letzten Jahren ein sehr gutes Behandlungskonzept für die Pädiatrie entwickelt und dieses Konzept schon in vielen Kursen weitervermittelt.

K-Active-Taping ist bei Kindern in vielen Bereichen einsetzbar: In der Kinderorthopädie sind vor allem Haltungsschwächen und Fußfehlstellungen hervorzuheben. Unter Berücksichtigung der gesamten Therapiekette kann man Fehlstellungen, wie Knick-Senk-Fuß, Skoliose, Kopfschmerzen, Kiefergelenkstörungen uvm., gezielt positiv beeinflussen.

Ein sensibles Thema ist die Schienen- und Zahnspangenversorgung bei Kindern. Dies führt zu Beginn oft zu Verspannungen im gesamten Bewegungs-und Halteapparat und kann Kinder in ihrem Alltag unter Umständen sehr beeinträchtigen. Entsprechende Tape-Anlagen können hier große Entlastung bringen und die kieferorthopädische Behandlung positiv unterstützen.

Auch bei Erkrankungen des Rheumatischen Formenkreises haben sich K-Active- Tapes bewährt. In der Akutphase ist es wichtig, die Schwellung in den Gelenken zu reduzieren. Hier helfen unter anderem lymphabflussfördernde Tapes. In der weiteren Behandlung ist es wichtig, die Gelenke zu stabilisieren, um Unterstützung in alltäglichen Bewegungsabläufen zu erhalten. Nach Operationen kommt es manchmal zu Verklebungen im Narbenbereich. Um dies zu vermeiden oder schon vorhandene Verklebungen zu lösen, können entsprechende Tape- Anlagen für mehr Mobilität sorgen.

In der Neuropädiatrie findet sich ein breites Behandlungsfeld für K-Active-Taping. Bei Kindern mit motorischen Störungen kann ein entsprechend geklebtes Tape den normalen Bewegungsablauf deutlich verbessern und somit mehr spielerische Freiheit ermöglichen. Bei gelähmten Extremitäten kann ein Tape, die Durchblutung und den Lymphabfluss im betroffenen Bereich verbessern und außerdem die Spannung und die Bewegungsabläufe im restlichen Körper verbessern. Hierbei ist eine gute Zusammenarbeit und Absprache mit Ärzten, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Orthopädiemechanikern sinnvoll.

Eine weitere Besonderheit liegt im Wachstum der Kinder. Ständig verändern sich Größe und Proportionen und somit auch die statischen und dynamischen Anforderungen in den Strukturen. Deswegen sollte immer wieder, durch eine ganzheitliche Befundung, die Tape-Anlage den aktuellen Bedürfnissen und Gegebenheiten des Kindes angepasst werden.

Da das kinesiologische Tape nahezu keine unerwünschten Nebenwirkungen hat, kann es bei Kindern im Laufe ihrer ganzen Entwicklung optimal eingesetzt werden. Grundvoraussetzung ist die Beherrschung der richtigen Techniken und das Verständnis für Anatomie und die richtigen Bewegungsabläufe. Man klebt nicht einfach ein Tape und alles ist gut. Das Wissen über die verschiedenen Techniken, wie Faszientape, Lymphtape, Muskeltape usw. und das Wissen um die Wirkung der unterschiedlichen Farben ist sehr wichtig, um eine optimale Behandlung mit K-Active-Taping zu gewährleisten. Seit vielen Jahren erlebe ich mit großer Begeisterung die Erfolge, die durch kinesiologisches Taping erzielt werden und freue mich über zahlreiche positive Rückmeldungen von Patienten, Kollegen und Schülern.

Autor: Elke Butscher, K-Active Instruktor